Kurz und knapp: Aktuelle Ergebnisse

Übergabe von Arzt- und Psychotherapiepraxen
Die Ergebnisse einer Schwerpunkterhebung, die im Jahr 2024 im Rahmen des Zi-Praxis-Panels durchgeführt wurde, zeigen: Knapp die Hälfte der Praxisinhaberinnen und -inhaber, die sich mit der potenziellen Übergabe ihrer Praxis befassen, plant dies noch vor dem Eintritt in den eigenen Ruhestand zu tun. Hinter dem Wunsch nach vorzeitiger Übergabe steht insbesondere die als (zu) hoch empfundene Arbeitsbelastung. Eine der größten Schwierigkeiten bei der Praxisübergabe ist es, überhaupt einen Interessenten für die Praxis zu finden. 78 Prozent der Praxisinhaberinnen und -inhaber, die schon mit der Nachfolgesuche begonnen hatten, empfanden dies als Herausforderung. Die Dauer der Nachfolgesuche variierte erheblich zwischen den Versorgungsbereichen: Im hausärztlichen Bereich betrug sie durchschnittlich zwei Jahre, im fachärztlichen Bereich etwa 17 Monate und im psychotherapeutischen und psychosomatischen Bereich nur etwa sechs Monate. Die Beratungsleistungen der Kassenärztlichen Vereinigungen rund um das Thema Praxisübergabe wurden deutlich häufiger wahrgenommen als die von gewerblichen Dienstleistern. Die Zufriedenheit mit den Beratungsleistungen lag in etwa auf dem gleichen Niveau.

Ausführliche Auswertungsergebnisse finden sich im Zi-Paper 31/2025 „Praxisübergaben in der vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Versorgung“.
Wirtschaftliche Lage der Praxen in den Jahren 2019 bis 2022
Unter Berücksichtigung der Inflationsrate sind die realen Jahresüberschüsse der rund 80.000 ärztlichen und 29.000 psychotherapeutischen Praxen im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent gesunken. Die Gesamteinnahmen der Praxen stiegen 2022 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 3,4 Prozent. 2021 hatte dieser Wert vor allem aufgrund der COVID-19-Impfkampagne noch bei 9 Prozent gelegen. Auffällig ist der weiterhin hohe Kostenanstieg in den Praxen: Nach dem sprunghaften Anstieg der Kosten um 7,5 Prozent im Jahr 2021 lag der Anstieg im Jahr 2022 noch bei 5,2 Prozent. Insgesamt haben die Praxiseinnahmen von 2019 bis 2022 um 16,4 Prozent zugenommen. Im gleichen Zeitraum sind die Gesamtaufwendungen jedoch um 17,2 Prozent gestiegen. Damit bleibt der Kostenanstieg in den Praxen langfristig weiterhin stärker als die Einnahmenentwicklung. Der Effekt wird nur dadurch gemildert, dass die Einnahmen durch pandemiebedingte Sondereffekte im Jahr 2021 einmalig einen hohen Zuwachs erreichten.

Größter Kostenfaktor für die Praxen sind erneut die Ausgaben für Personal. Diese umfassten 2022 nahezu 58 Prozent der Gesamtaufwendungen. Nachdem sich der Anstieg der Personalaufwendungen 2020 noch auf 4,5 Prozent belief, erhöhten sich diese deutlich um 9,5 Prozent im Jahr 2021 und 9,1 Prozent im Jahr 2022. Von 2019 bis 2022 haben die Personalaufwendungen damit um 24,7 Prozent zugenommen. Die größten Kostensprünge gab es zudem bei Material und Labor (+14,5 Prozent) sowie bei der Miete für Praxisräume (+9,8 Prozent). Die Kostenentwicklung der Praxen lag damit systematisch über der allgemeinen Teuerungsrate. Bei den Abschreibungen ist im Jahr 2022 ein deutlicher Rückgang um 12,5 Prozent zu beobachten. Zu erklären ist das unter anderem durch eine rückläufige Investitionstätigkeit der Praxen in den Jahren 2020 und 2021. Diese führt im Vergleich zum Vorjahr zeitversetzt zu verringerten Abschreibungen für 2022. Die Einnahmen aus kassenärztlicher Tätigkeit stiegen über den Beobachtungszeitraum um insgesamt 18,4 bzw. um jährlich 5,8 Prozent. Hingegen lag die Zuwachsrate bei den Privateinnahmen mit 5,2 Prozent zwischen 2019 und 2022 bzw. 1,7 Prozent jährlich deutlich unter dem Durchschnitt.

Das sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen Zi-Praxis-Panels (ZiPP), mit dem das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) die wirtschaftliche Lage der Arztpraxen zwischen 2019 und 2022 analysiert hat.

Weitere Informationen finden Sie im Jahresbericht 2023.

Gegenüberstellung der Ergebnisse aus dem Zi-Praxis-Panel und der Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes
Im September 2024 hat das Statistische Bundesamt (Destatis) die Ergebnisse der Kostenstrukturerhebung im medizinischen Bereich für das Berichtsjahr 2022 veröffentlicht. Im Rahmen der Kostenstrukturerhebung werden Daten von Arztpraxen, Zahnarztpraxen sowie psychotherapeutischen Praxen, jeweils einschließlich Medizinischen Versorgungszentren , erhoben. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland hat im Rahmen der Erhebungswelle 2023 des Zi-Praxis-Panels Daten von Praxen der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland für das Jahr 2022 erhoben. Die Ergebnisse der Erhebung wurden im Dezember 2024 veröffentlicht.

In der Fachinformation „Gegenüberstellung der Ergebnisse aus dem Zi-Praxis-Panel und der Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes für die Jahre 2021 und 2022" werden die Ergebnisse von Destatis näher beleuchtet und den Ergebnissen aus dem Zi-Praxis-Panel gegenübergestellt. Zudem werden die Veränderungen der Ergebnisse beider Erhebungen zwischen den Jahren 2021 und 2022 näher betrachtet und auf methodische Unterschiede zwischen den Erhebungen eingegangen.

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